Immenhausen

Immenhausen ist das kleinste der fünf Härtendörfer und liegt am südwestlichen Rand der Härten. Es liegt auf 413 m über dem Meeresspiegel und hat eine Gemarkungsfläche von 368 ha.

Kirche Immenhausen Immenhausen hat keinen ausgesprochenen funktionalen Ortsmittelpunkt. Die Kirche und das Rathaus stehen am Rand der Altsiedlung. Die Kirche erhebt sich auf der Bodenschwelle zwischen Brühlgraben und Eichenbrunnengraben, so dass sie mit ihrem schlanken Turm das Ortsbild beherrscht.

Ein bei der Kirche gelegener alemannischer Reihengräberfriedhof beweist, dass die Siedlung bereits in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts bestand. Der Ort wird erstmals 1080 nach Christus erwähnt und zwar als Himenhusen. Um 1700 setzte sich die heutige Schreibung des Namens durch. Nach wechselnden Besitzverhältnissen kam Immenhausen 1379 zum Kloster Bebenhausen.

In der Zeit der Herrschaft vom Kloster erlangte die Heiligenpflege von Immenhausen ein ungewöhnlich großes Vermögen. Sie erfüllte zu jener Zeit die Rolle einer Bank. In der Zeit von 1659 bis 1735 stand auch die Stadt Tübingen auf der Schuldnerliste. Bis zum Jahr 1866 ist das Vermögen auf 28.000 Gulden angewachsen, was nach der Umstellung auf Markwährung rund 50.000 Mark, eine für die damalige Zeit enorme Summe, betrug.  Im Zuge der Inflation 1918 ging das Vermögen verloren, da vermutlich der größte Teil in Staatsanleihen angelegt war. Seit 1807 gehört Immenhausen zum Oberamt Tübingen, was später zum Landkreis Tübingen wurde.

Rathaus Immenhausen Das erste Rathaus wurde erst 1835 erbaut. Nach einem Brand 1957 wurde das alte Rathaus abgebrochen und an gleicher Stelle das heutige Rathaus neu gebaut.

Das Gemeindewappen zeigt in Grün drei goldene Bienen (Immen). Es wurde der Gemeinde 1958 vom Land verliehen. 1975 wurde Immenhausen nach vergeblichem Einspruch zur Gesamtgemeinde Kusterdingen eingemeindet.

Das einstig stark von der Landwirtschaft geprägte Dorf hat sich zwischenzeitlich zu einem reinen Auspendler-Ort gewandelt. Von den 1977 vorhandenen 16 Landwirtschaftsbetrieben mit Tierbeständen; 309 Rinder, 308 Schweine und 1000 Hühner, gibt es heute noch  einen Reiterhof, zwei reine Ackerbaubetriebe und einen biologischen Nebenerwerbsbetrieb mit 16 Rindern.

Blick auf Immenhausen Immenhausen ist seit Jahrhunderten sehr verhalten gewachsen. Im Vergleich zu den umliegenden Orten wurde sehr sparsam Bauland ausgewiesen. Der Ort hatte 1957 395 Einwohner.  2017 sind 720 Einwohner angemeldet. Durch die neuen Baugebiete „Hinter der Kirche“ und „Rauhwiesen West“ wurde dem dringenden Bedarf an Baugrundstücken im Ort Rechnung getragen.

Bedingt durch die Dorfgröße konnte sich in Immenhausen keiner der einstigen Einkaufsläden erhalten. Auch die letzte Gastwirtschaft hat in den Achtziger Jahren ihre Türen geschlossen. Die Immenhäuser müssen seither zur Einkehr oder zum Einkaufen in die umliegenden Ortschaften gehen oder fahren.

Dafür ist das Angebot für Erholung in Immenhausen exzellent. Das Landschaftsschutzgebiet Kalten-Brunnen ist für Spaziergänge bestens geeignet. Vom Maienwäldle hat man eine sehr schöne Aussicht auf den Ort.  Das Naherholungsgebiet Ehrenbachtal findet auf der Homepage noch eine gesonderte Erwähnung.
Liegebänke Immenhausen
Die Streuobstwiesen laden zu jeder Jahreszeit zum Verweilen ein. Es gibt entlang den Wanderstrecken unzählige Wanderbänke und auch sehr bequeme Liegebänke. Hier kann man eine wunderbare Aussicht zur Schwäbischen Alb genießen.

Immenhausen ist kreisweit für seinen Blumenschmuck bekannt. So konnte der Ort beim Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ 1979 die Bronze-Medaille gewinnen. Die öffentlichen Blumenbeete und der Blumenschmuck am Rathaus und an den Brunnen werden vom Verein für Obstbau, Garten und Landschaft mit viel Engagement und Liebe angelegt und gepflegt.
 
Uhr Immenhausen An der Bushaltestelle wird durch ständig wechselnde Kunstausstellungen das Warten verkürzt. Die neue Uhr hat einen Schaukasten, wo örtliche Künstler ihre Werke präsentieren.
 



Im Ort gibt es vier laufende Brunnen, welche auch bei starker Trockenheit nicht alle versiegen. Brunnen mit Blumen Das Auchtert-Brünnle an der Kreisstraße nach Stockach und das historisch geschützte Heilbrünnle ergänzen das Angebot an Brunnen. Damit hat Immenhausen die meisten Laufbrunnen der gesamten Gemeinde Kusterdingen.
 

Die bestens ausgerüstete Feuerwehr Abteilung Immenhausen der Feuerwehr KusterdinFeuerwehr Abteilung Immenhausen gen hat ihr Gerätehaus und ihren Kameradschaftsraum im Rathaus. Die Feuerwehr Immenhausen feiert 2017 das 150-jährige Bestehen. Die jährliche Ratsgartenhockete der Abteilung Immenhausen bereichert das kulturelle Angebot im Dorf wesentlich und ist einen Besuch wert.

Flüchtlinge am Werk Das jüngste Projekt im Dorf ist die im ehemaligen Farrenstall eingerichtete Werkstatt des Vereins Flüchtlinge am Werk. Hier werden in einer kleinen Holzwerkstatt von Flüchtlingen und Bürgen gemeinsam Holz-Gartenmöbel und Holzpferde für Kinder hergestellt. Dieses Integrationsprojekt hat Immenhausen landesweit durch Fernsehen und Radio bekannt gemacht.